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Guck mal, Berliner!

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Samstag, 30. Dezember 2006

Paul (6 Jahre) hat heute morgen alleine Brötchen geholt. Als er stolz wie Bolle zurück kam, berichtete er aufgeregt von einem Außenstand, der voller Berliner war.

Ich hatte kurz die Vision, dass Touris in der Fußgängerzone weggefangen wurden und dort zu sehen sind.

OK, was das mit unserem Bäcker zu tun haben soll, weiß ich auch nicht, aber mir gefällt die Vorstellung von kleinen, beige gekleideten Menschen mit Kamera und Stadtführer, die empört rufen “Dett lass ick mir nich jefallen!”.

Halb Fuchs, halb Schwein

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Dienstag, 26. Dezember 2006

Einige meiner Medikamente werden von der Krankenkasse nicht bezahlt.

Kein Problem für mich. Fluchs das teuerste Mittel im Internet bestellt. Bestellvorgang reibungslos. Gegenüber der Apotheke 60 Euro gespart. Kommt per Luftpost aus den USA. Wenn es aus Amerika kommt, muss es ja gut sein. Yepp, ich ein Fuchs!

Das Paket wurde dann auch direkt vom Zoll beschlagnahmt.

Eine nette Zollbeamtin erklärte mir, dass ich Dödel (ok, dass hat sie so nicht ausgesprochen) keine Arzneimittel aus Nicht-EU-Staaten einführen darf. Da ich bislang nicht aktenkundig geworden bin, wird das Zollamt in diesem Fall aber von einer Strafverfolgung absehen.

Goldener Zucker 2006

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Dienstag, 26. Dezember 2006

Auch ich will es nicht versäumen, zum Jahresabschluss einige Auszeichnungen zu vergeben.

Der Goldene Zucker 2006 in der Kategorie bester Song und bestes Videogeht an Icke & Er – Richtig Geil.

Iche_und_Er

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Überdosis Ausreden

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Samstag, 23. Dezember 2006

Was hört man, wenn man sich einen Diabetiker ans Ohr hält?

Lauter Ausreden.

Ich stopfe übrigens gerade, um einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) entgegen zu wirken, jede Menge Weihnachtsschokolade in mich herein.

Den “Hypo” habe ich, um einen Grund zu haben Weihnachtsschokolade zu essen, vorher mit einer Überdosis Insulin ausgelöst.

Hauptsache Unterschrift

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Montag, 18. Dezember 2006

Im “Insuliner” – Heft Nr. 77, Dezember 2006, Seite 21, finde ich folgenden Artikel:

Alle Insulinpumpenträger sind Terroristen! – ein Flughafen-Erleidensbericht

[...] Auch Menschen mit Insulinpumpen haben ein Recht, unbehelligt sogar eine Flugreise anzutreten. Oder?

2005 im September wollten wir von Toulouse in Frankreich nach München zurück fliegen. Alles verlief wie gewöhnlich problemlos. Bis wir zu der Kontrolle mit Durchleuchtung des Handgepäcks und der Fluggäste kamen.Normalerweise hätte man sich jetzt in den Warteraum setzen können, um sich bis zum Boarding-Aufruf in Ruhe einer Lektüre zu widmen. Weit gefehlt! Ich wurde sofort nach der Schleuse zur Seite gebeten und zeigte brav die Liste (zum Glück mehrsprachig!) mit Unterschrift meiner Ärztin, was ich alles an diabetesspezifischer Ausrüstung mit mir führen darf.

Da mein Schulfranzösisch nie über den Flughafen-Spezialwortschatz verfügte und überhaupt längst eingerostet ist, habe ich in Englisch zu erklären versucht, dass es wahrscheinlich piepst, wenn ich jetzt da durchgehe, weil ich – Deuten auf Pumpe in der Hand – “dieses Gerät” mit mir herumtrage. [...]

Ja – dann … – solle ich gar nicht durch dieses “Tor” gehen, sondern außen vorbei. Offenbar machte sich das Personal Sorgen, dass die Strahlung irgendwas zerstören könnte Das war ja noch rührend im Vergleich zu der weiteren Entwicklung!

Ich sollte dann trotzdem weiterhin am Rand – direkt beim Personal, wo auch keine Sitzgelegenheit war -, warten, bis noch
jemand vom Sicherheitsservice kommen würde, der inzwischen telefonisch bestellt worden war. Das dauerte jedoch über zehn Minuten, meine Geduld war verbraucht und ich betonte mehrfach, dass sie kein Recht hätten, mich zu diskriminieren. Was dann wie Bodyguards aus einer amerikanischen TV-Serie ankam, raubte mir den Atem sowie den Rest an Fassung: Drei bis an die Zähne mit Maschinenpistole u.a. bewaffnete, in Tarnkleidung gepackte Muskelmonster! Ich wurde auf Adresse, Flugnummer usw., was alles eifrig notiert wurde, verhört und durfte mich nach ca. weiteren zehn Minuten setzen und – welch’ Gnade! – weiterreisen.[...]

————

Hey, Moment mal, verstehe ich das richtig? Die Frau will in ein Flugzeug und wird von Sicherheitsbeamten, die ihr schreckliche Angst machen, gefilzt. Sie muss ganze zwanzig Minuten (hört, hört) warten bis es weitergeht und dass obwohl sie doch eine Unterschrift von Ihrer Ärztin hat, dass sie ihre Insulinpumpe bei sich führen darf!

Na klar, wenn ich nur eine Unterschrift habe, dann ist alles gut. Das die Flughafenmitarbeiter einfach nicht wussten, was eine Insulinpumpe ist, dass wäre wohl gar keine Möglichkeit?

Ob der Herr Atta am 11. September wohl auch eine Liste mit Unterschrift seines Barbiers hatte? Auf der stand bestimmt dass er für den Fall einer Notrasur immer ein Messer am Mann tragen darf. Vielleicht kann ich ja auch Polonium mit ins Handgepäck nehmen, wenn ich nur eine Unterschrift von Mr. Burns habe?

Wie dem auch sei, ich werde mir jetzt einen neuen Computer kaufen und damit meine Frau nicht meckert, dass ich so viel Kohle verprasse, hole ich mir vorher eine Unterschrift aus unserer IT-Abteilung. Ich schätze, dann wird das wohl klar gehen…

… guckt ruhig morgen noch mal vorbei, dann blogge ich, wie ich völlig zurecht einen Arsch voll von ihr bekommen habe .

Selbstversuch

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Samstag, 16. Dezember 2006

Ich habe in einem Selbstversuch, nennen wir ihn mal “Weihnachtsfeier”, folgendes festgestellt:

Meyers Bitter färbt nicht den gesamten Mageninhalt grün. Der letzte Rest wird wieder bräunlich.

Große Denker

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Mittwoch, 13. Dezember 2006

Ich weiß, das Thema ist schon ausgelutscht, aber mir kam gerade die Idee, morgen in die nächste Diabetesklinik zu fahren, um dort, bewaffnet mit einem Erfrischungsstäbchen-Patronengurt und gezuckerter Sprühsahne Amok zu laufen. Ich würde mir einen Patienten schnappen und damit drohen, ihn so voller Kohlenhydrate zu stopfen, dass er einen Blutzuckerwert jenseits der 300 hat. (90 – 110 ist ein Normalwert)

Da ich leider keine Ego-Shooter am PC spiele, behaupte ich, der Ausraster läge an meinem Diabetes.

Würden dann die großen Denker der Nation diese Krankheit, so wie die bösen Ballerspiele, auch verbieten wollen?

Wenn ja, wie läuft so was ab?
Zack, ein Anruf bei der Kassenärztlichen Vereinigung :“Guten Tag, hier ist die Kassenärztliche Vereinigung, was kann ich für sie tun?”
“Hier spricht der Ministerpräsident. Diese Zuckerkrankheit…”
“Oh, sie meinen Diabetes Mellitus”
“Mir doch Latte, unterbrechen sie mich nicht! … Diese Zuckerkrankheit verursacht Amokläufe, die wird sofort aus dem Programm genommen.”
“Aus dem Programm genommen?”
“Jaaaa-a. Ge-strich-en!”
Klick, aufgelegt.

Grandios! Damit wäre auch meine Krankheit endlich vom Tisch. Abgesehen davon, sparen auch die Krankenkassen Millionen an Behandlungskosten. Aus Dankbarkeit über diesen Amoklauf wird dann auf jede Versichertenkarten mein Konterfei gedruckt.

Ok, ganze Zweige der Pharmaindustrie leben von Diabetikern und wären vom Konkurs bedroht.
Um ein Exempel an mir, dem Auslöser dieser Diabetes-Verbots-Welle, zu statuieren, heuern die vielleicht Killer an?

Wenn diese Killer nun wiederum ihren Job ernst nehmen, sind sie, alleine schon wegen der großen Gefahren ihres Jobs, sicherlich gesetzlich krankenversichert und wissen anhand ihrer Versichertenkarte, wie ich aussehe…

…Mist. Werde ich wohl doch weiter Insulin spritzen, hat ja auch steuerliche Vorteile.

Der kleine Verrückte

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Montag, 11. Dezember 2006

Ich leide an diabetischer Osteoatropathie und muss noch 3 Monate eine Fuß-Orthese tragen. Die sieht aus wie ein großer Gips.

Sonntagmorgen komme ich mit meinem “Playmobilfuss” aus der Bäckerei. Steht ein kleiner Junge vor der Tür. Ich habe ihn schon oft in unserem Viertel getroffen. Er ruft immer so seltsam vertraut “Hallo” und schwallt mich dann ohne Unterlass zu. Diesmal stand er so merkwürdig am Fahrradständer, als hätte er mir aufgelauert.

Wenn er nicht acht, sondern achtundvierzig wäre, hätte ich Angst vor ihm. Diese Typen haben Rambo-Überlebensmesser (Kompass, Nadel und Faden im Griff) in ihren Jacken versteckt. Zwingen Dir ein Gespräch auf und zack …

Sofort rief er “Was haben Sie denn gemacht?”.

Ich antwortete ihm, dass ich eine Knochenentzündung hätte und fragte: “Weißt Du was Diabetes ist?”

Verständnislose Augen starrten mich an.

Mein zweiter Versuch: “Kennst Du denn die Zuckerkrankheit?”.

Er: “Ach so, hast Du Zucker?”.

Mist, ich geb’s auf.

Akustikdoppler

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Freitag, 08. Dezember 2006

Mein Zimmernachbar in der Diabetesfachklinik hatte sich nachmittags kurz zum Fernsehgenuss hingelegt

snoreman

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Hundekuchen

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Montag, 04. Dezember 2006

1982, Geburtstagsfeier eines Mitschülers, nur Jungs. Mädchen sind schließlich doof.

Ok, wir kannten auch keine. Außer die in unserer Klasse und auch die hatten keinen Bock auf eine unserer Spacken-Partys zu erscheinen. Also fragten wir erst gar nicht. Hätte sich sowieso keiner getraut.

Wir machten dass, was wir immer machten: cooles Zeug. Skaten im Neubauviertel, Tischtennis in der Garage, Carrera, um letztendlich Punkt 15:00 Uhr Kuchen zu essen. Ja, wir waren richtig coole Säue.

“Der Martin hat ja Zucker” höre ich noch, als wenn es gestern gewesen wäre. Wenn man als Diabetiker jetzt großes Glück hat, bekommt man anstelle der Sahnetorte diese elenden Diabetiker-Mürbekekse. So etwas wie Diet-Food oder sogar Cola-Light gab es damals tatsächlich nicht.

Mürbekekse, ich muss dieses Wort einfach noch einmal wiederholen. Das klingt schon richtig beschissen.

Hundekuchen! Ja, die sahen aus wie Hundekuchen, nur, dass kein Köter dieser Welt so einen furztrockenen Mist fressen würde. Ich gehe jede Wette ein, dass die Kampfhunde in den Hinterhöfen mit Diabetiker-Mürbekeksen aggressiv gemacht werden, bevor sie angreifen.

Aber, so viel Glück hatte ich nicht. Nein, ich bekam eine Scheibe Toast ohne alles. Ohne Butter, ohne Wurst, ohne Käse. Einfach nur Toast. Serviert unter riesen Gelächter der anderen kleinen Schweine.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an die komplett überforderten Eltern.

Ich habe dann eines der anderen Kinder tot gebissen und sollte eingeschläfert werden. Konnte aber fliehen.

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