Zucker

süß wie Ohrenschmalz

Hundekuchen

1982, Geburtstagsfeier eines Mitschülers, nur Jungs. Mädchen sind schließlich doof.

Ok, wir kannten auch keine. Außer die in unserer Klasse und auch die hatten keinen Bock auf eine unserer Spacken-Partys zu erscheinen. Also fragten wir erst gar nicht. Hätte sich sowieso keiner getraut.

Wir machten dass, was wir immer machten: cooles Zeug. Skaten im Neubauviertel, Tischtennis in der Garage, Carrera, um letztendlich Punkt 15:00 Uhr Kuchen zu essen. Ja, wir waren richtig coole Säue.

“Der Martin hat ja Zucker” höre ich noch, als wenn es gestern gewesen wäre. Wenn man als Diabetiker jetzt großes Glück hat, bekommt man anstelle der Sahnetorte diese elenden Diabetiker-Mürbekekse. So etwas wie Diet-Food oder sogar Cola-Light gab es damals tatsächlich nicht.

Mürbekekse, ich muss dieses Wort einfach noch einmal wiederholen. Das klingt schon richtig beschissen.

Hundekuchen! Ja, die sahen aus wie Hundekuchen, nur, dass kein Köter dieser Welt so einen furztrockenen Mist fressen würde. Ich gehe jede Wette ein, dass die Kampfhunde in den Hinterhöfen mit Diabetiker-Mürbekeksen aggressiv gemacht werden, bevor sie angreifen.

Aber, so viel Glück hatte ich nicht. Nein, ich bekam eine Scheibe Toast ohne alles. Ohne Butter, ohne Wurst, ohne Käse. Einfach nur Toast. Serviert unter riesen Gelächter der anderen kleinen Schweine.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an die komplett überforderten Eltern.

Ich habe dann eines der anderen Kinder tot gebissen und sollte eingeschläfert werden. Konnte aber fliehen.

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