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Der Mann mit der Flokati-Uniform

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Dienstag, 27. Februar 2007

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Mein bester Freund und ich waren begeisterte Mitglieder der örtlichen Feuerwehr. Als wir eines Nachts, komplett hacke versteht sich, versuchten den eigentlich recht überschaubaren Heimweg zu finden, ist er irgendwie abhanden gekommen.

Er hat in seiner blauen Uniform bei einer Bekannten im Sessel übernachtet. Nicht nur, dass es unglaublich unbequem gewesen sein muss, nein er musste ja auch noch Pucki, Schnucki oder wie immer die Langhaarkatze der gastgeberin hieß, den Platz im besagten Polstermöbel streitig machen.

Bekleidet mit einer Art Flokati-Uniform voller Katzenhaare, unrasiert und übernächtigt hat ihn der Taxifahrer am nächsten morgen ohne nachzufragen anstatt nach Hause, zur örtlich ansässigen Neurologischen Klinik gefahren.

Mist, ich werde alt

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Montag, 19. Februar 2007

Ich glaube ja, dass man an seinen Interessen merkt, ob man jung geblieben ist oder alt wird. Ich war bislang eigentlich recht stolz darauf, dass ich nicht so ein Spatenpauli bin, wie viele andere jungen Väter in meinem Umfeld. Ich trage weder einen Schnauzbart noch Seiden-Blousons. Auch ist der neue Golf nicht der Wunsch meiner schlaflosen Nächte und ich kann mich tatsächlich auch noch über andere Dinge unterhalten als Fußball.

Ich interessiere mich für meine Umwelt, stecke viel Energie in meine Hobbies, bin nicht zu doof meinen PC zu beherrschen und meine Kinder müssen nicht Rolf Zuckowski hören, sondern freuen sich an meinen Funk- und House-CDs (oder seit neuesten auch wieder Vinyls).

Ja, ich glaubte ich wäre einigermaßen cool. Bis gestern. Da waren wir Zaungäste bei einem Karnevalsumzug (sonderbare Veranstaltungen) in unserer Region und ich sah folgenden jungen Mann:Busterminal

Ich war der festen Überzeugung, das es sich um eine Kostümierung handelt. Wegen der zu großen Kappe, die nur von den Ohren gehalten wurde und dem Schlafanzug. Es stellte sich aber heraus, dass er zu einer Gruppe junger Leute im Gangster-Rapper-Style gehört. Aber wer ist das, MC Flauschi?

Also ohne scheiß, wenn ich mit 20, das ist jetzt 17 Jahre her, mit einem kackbraunen Nickianzug rumgelaufen wäre, hätten meine Kumpels mich (zurecht) ausgelacht.

Ja, ich bin intolerant. Ja, ich werde alt.

Fachberater

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Montag, 12. Februar 2007

Als ich neulich bei einem saustarken Elektronikfachmarkt stöberte, wurde ich zufällig Zeuge folgender Anfrage:

Älterer Herr zu einem anteilnahmslos herumstehenden Mitarbeiter: “Sind Sie Verkäufer hier?”
Pickelfresse, zu laut und merklich beleidigt: “Nein, ich bin Fachberater!

O-ho-ho, hätte ich dass vorher gewusst, hätte ich mir etwas anderes angezogen.

Ich habe es vor einiger Zeit einmal gewagt, einen dieser Fachberater zu fragen, ob der Preis eines klitzekleinen Fotodrucker ernst gemeint sei. Das Gerät wurde online fast 70 Euro günstiger angeboten.

Als Antwort bekam ich von einem gefühlt 15-Jährigen: “Ja, aber wenn was drann ist, müssen Sie es mit der Post zurücksenden und dann ist der Preisvorteil wieder dahin.”

Ich habe darauf lediglich gefragt, ob es sein könnte, dass “seine Mama die Pakete für ihn zur Post bringen würde”?

Er hat einfach nicht mehr mit mir gesprochen.

Verbinden Sie mich, ich bin Arzt

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Samstag, 03. Februar 2007

Ich trage seit ein paar Jahren eine Insulinpumpe. Kurz bevor ich mich dazu entschieden haben, wurde ich zu einer regelmäßigen Pflicht-Untersuchung einbestellt. Der Arzt vor Ort war nicht unbedingt ein Fachmann in Sachen Diabetes, was ihn aber nicht davon abhielt mir kleinen Dulli erst mal einen Vortrag über meine Krankheit zu halten.

Ich war zu diesem Zeitpunkt schon über 20 Jahre im Zucker-Geschäft und habe mir die teilweise skurrile Rede des Doktors klaglos angehört.

Richtig stark wurde es allerdings als er meinte ich solle mich doch um eine Insulinpumpe kümmern, (ich hatte ihm verschwiegen, dass ich mir schon diverse Literatur zum Thema besorgt und ein paar Beratungsgespräche intus hatte), diese würde dann automatisch meinen Blutzuckerspiegel ermitteln und die entsprechende Menge Insulin abgeben.

Auf mein zaghaftes Veto, dass ein solches Gerät ja im Grunde genommen eine künstliche Bauchspeicheldrüse wäre und leider noch nicht erfunden wurde, griff mein Gegenüber selbstbewusst zum Telefon und wählte die Nummer der Medizinischen Hochschule Hannover, denn wenn sich überhaupt irgend einer auskennt, dann die Leute der MHH.

Er ließ sich ein paar mal verbinden, bis er einen Kollegen der Inneren Station in der Leitung hatte. Selbstverständlich wurde zuvor jedem Teilnehmer ausführlich erklärt, dass er Arzt sei. Nicht das der Gesprächspartner glaubt, da würde irgend ein Kassenpatient anrufen.

Damit auch ich in den Genuss der Informationen komme stellte er das Telefon auf “mithören” und begann dem echten Fachmann seine haarsträubende Vorstellung von der Funktionsweise einer Insulinpumpe darzulegen. Dieser brach zügig den Monolog mit dem Hinweis ab, dass eine Pumpe keinen Blutzucker messen kann und so leider nicht funktioniert.

Ich musste grinsen.

Der schlaue Mann im weißen Kittel überspielte ungeschickt die Panne und schickte mich mit den Hinweis, dass Diabetes ja sowieso nicht der Gegenstand dieser Untersuchen war, nach Hause.

Im Vorraum wartete schon der nächste Untersuchungsgast. Er tat mir ein bisschen leid, denn ich schätze er bekam einen hohen Schwenk-Einlauf oder das gesamte Impfprogramm der WHO.

Platten find ich super

Kategorie: Mumpitz — Von: Martin am Freitag, 02. Februar 2007

Ich lese öfter die Frage “Welche Musik hört Ihr gerade?” und kann mich manchmal nicht der furchtbaren Faszination entziehen, die Antworten zu lesen. Grauenhaft! Aber über Geschmack lässt sich nun mal streiten.

Ich werde bestimmt nicht posten was bei mir gerade läuft. Allerdings muss ich der Welt unbedingt mitteilen, dass ich endlich wieder einen Plattenspieler habe und zum Leidwesen meiner Frau, nun nach und nach die alten Schätzchen wieder aus dem Keller hole.

Turntable

Fragt nicht nach dem “Warum”.

Danke an Kenan, für die Inspiration und besonderen Dank an den record express ulm für die superschnelle Lieferung.