Wir alle sind nichts weiter als Nacktaffen.
Ich blicke auf der Autobahn gedankenverloren aus dem Seitenfenster. Neben uns fährt ein Mann in seinem 5er BMW, er trägt Hemd und Krawatte, sein Auto ist das allerneuste Modell. Ich sehe den Stolz in seinen Schläfen pochen. Er ist was.
Was denkt der Greifvogel, der über uns kreist? “Da unten sitzt ein Nacktaffe in einer Blechdose. Zusammengeschweisst von anderen Nacktaffen in einer Fabrik voller Blech. Ausgestellt, für Innovativ befunden und von einem Nacktaffen im blauen Anzug an den stolzen Affen verkauft.”
Dieser Gedanke inspiriert mich zunehmend.
Gesten sitze ich im Imbiß, ein Kollege geht mit einem Techniker schon mal zurück ins Büro. Beide gehen sehr bullig mit abgespreizten Armen. Nacktaffen, so wie wir alle. Sie haben ihr fehlendes Fell mit Kleidung ersetzt. Ersetzen müssen. Ich schätze, das ist eher ein evolutionäres Mißgeschick.
Ich beobachte jetzt öfter Menschen und konzentriere mich dabei auf den Gedanken lauter Affen zu sehen. Das setzt alles irgendwie ins rechte Licht. Viele Sachen erscheinen dann auf einmal nicht mehr so wichtig.