Zucker

süß wie Ohrenschmalz

Schlichtungsverhandlung

Ich habe drei Kinder. Damit bilde ich unter Bloggern wohl eher eine Ausnahme. Da zwangsläufig eine Menge Zeit mit der Aufzucht drauf geht, sind meine privaten Themen meist anders gelagert. Mein jüngster hat zu allem Überfluss auch noch ADHS, das sorgt für Spannung.

Meine Nachbarn sind sehr alte Leute. Die haben es nicht so gerne, wenn die Drei im Garten spielen. Vormittags

Alter

lähmt der unmittelbar auf der anderen Seite angrenzende Kindergarten, Nachmittags die umliegenden Familien mit ihren schrecklichen Kindern. Da kann man doch wohl mit Recht verlangen, dass wenigstens unsere unerzogenen Gören die Klappe halten.

Sehen wir leider anders und lassen die drei im Garten toben. Das war im Grunde genommen ja schon der Plan, als wir uns das Haus gekauft haben.

Irgendwann wurden wir zu einer Schlichtungsverhandlung eingeladen. Unsere Nachbarn wollten nun endlich zu Ihrem Recht kommen. Sie wohnen da ja schließlich schon länger direkt neben dem Kindergarten hier.

Schade nur, dass dieses denkwürdige Treffen aus Ermangelung eines öffentlichen Raumes im Privathaus des Schlichters stattfand und seine Tochter ausgerechnet an dem Tag im Garten ihren Kindergeburtstag feierte. War das eine Freude und ein Gejuche. Mir hätte man das Grinsen schon aus der Fresse schlagen müssen. Der Rest der Verhandlung war lachhaft. Mit einer Entschuldigung wurde ich zum Auto geleitet.

Die alten Leute sprechen kein Wort mehr mir uns.

Posted in Mumpitz | 3 Comments

3 Responses to Schlichtungsverhandlung

  1. Reinhard says:

    Hallo! das ist ja noch mal gutgegangen, aber Vorsicht mit solchen NAchbarn. Alte Leute ohne Hobby haben viel Zeit um auf dumme Gedanken zu kommen. Und selbst wenn man selbst nie Probleme hatte, so kann man ganz schnell vor Gericht landen.

    Wir haben leider ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir haben mit 2 kleinen Kindern in einem neu erschlossen Baugebiet gebaut. Dummerweise unterhalb eines Grundstücks älterer Leute, die dort schon seit 25 Jahren wohnen. Hieraus wurden wohl angestammmte Rechte abgeleitet und schon nach wenigen Wochen bekamen wir den ersten Schrieb vom Rechtsanwalt. Dummerweise waren wir damals nicht rechtschutzversichert (wurde unverzüglich nachgeholt) und mussten uns auf einen Anwaltsvergleich einlassen (Gerichtsvergleich wäre noch teurer geworden).

    Nun gab es den nächsten Akt, diesmal vorm Schiedsgericht. Grund: wir hatten die Nachbarn unverschämterweise aufgefordert ihre Sträucher und Bäume (alle direkt an der Grenze) mal zu schneiden. Auch hier war wohl ein Gewohnheitsrecht abgeleitet worden. “Vorher haben wirs gemacht wie wir wollten, also jetzt auch.”
    Leider war der Schiedsmann wohl mit den Nachbarn gut bekannt (wir sind neuzugezogen) und versuchte uns auf die Schiene “pingelige Nachbarn, die nur Ärger machen” zu schieben. Er begann auch gleich mit den Worten “um eine gute NAchbarschaft zu retten”. Die gabs nie und ist seit damals auch gestorben. Als ich ihm dann die Fotos mit den komplett zugewachsenen Dachrinnen und den Zweigen, die in den Stauraum vom Carport wachsen zeigte, musste er uns dann doch Recht geben. Erst wollte er es noch dahinlenken, dass wir die Äste zurückschneiden “dürfen”, aber letztendlich muss es nun doch der Nachbar machen.

    Während des gesamten Gespräches mussten wir ertragen wie unsere Nachbarin erzählte wie gut sie mit allen anderen auskommt. Leider haben die anderen uns da ganz andere Geschichten erzählt. Bei Baubeginn wurden wir schon vorgewarnt und da wurden sogar schon Abführtabletten an die Hunde unserer “Freunde” verfüttert.
    Nun haben wir es hinter uns warten auf das nächste Mal. Zum Glück haben wir jetzt immer einen Rechtsanwalt im Rücken. Kann ich euch auch nur empfehlen.
    Gruß und noch viel Spaß mit euren Nachbarn,
    Reinhard
    (Tschuldigung für den langen Kommentar, aber es brodelt noch in mir.)

  2. Martin says:

    Kein Problem, ich freue mich über Deinen Kommentar. Ich war übrigens vor dem Schlichtungstermin beim Rechtsanwalt und der hat mir noch einmal ganz klar gesagt, das ein Schlichter absolut neutral sein muss. Es käme aber immer wieder vor, dass die sich als Richter aufspielen. O-Ton mein RA “das sind manchmal Beamte oder Rentner, die sonst nie was zu sagen haben…”.

  3. creezy says:

    Bei solchen Geschichten denke ich ja immer, da ziehen Leute auch aus dem Grund in ein Eigenheim, weil sie eben nicht mehr den Stress mit Nachbarn, wie oft in Mietshäusern üblich, hinnehmen wollen. Aber der Kampf dann bei den Nachbarn, die ihr eigenes Grundstück verteidigen ohne die übergeordnete Gewalt einer Hausverwaltung aufeiander losgelassen, scheint nur der „war nex level“ zu sein.

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