Handwerk +1

imageknochenschinkenWer meine Vorliebe für guten Schinken und handwerkliche Produkte aus der Region teilt, sollte dringend mal bei Schlachter Schulte (hier bei uns in Hameln in der Baustrasse) reinschauen und den hausgemachten, luftgetrockneten Knochenschinken „Alter Fritz“ probieren.

100g – 3,98 Euro die sich lohnen. Regionale Qualität anstelle von Massenproduktion sind mein Ding.

Das war’s noch lange nicht!

Mein Vater kommt aus einer Generation, die nie gelernt hat einen in den Arm zu nehmen oder zu sagen „ich habe Dich lieb“. Gezeigt hat er es aber immer. Mein Vater ist im Krieg geboren und hat viel erlebt.

An einem hat es mir nie gemangelt: er hat uns immer das Gefühl gegeben, das er mächtig stolz auf uns ist. Und er war immer, wirklich immer kompromisslos für uns da. Dafür bewundere und liebe ich ihn.

Heute morgen hat auch ihn der Krebs geholt.

Er hat mir drei unbezahlbare Dinge hinterlassen: den stolz auf meine Kinder, dass Jungs immer saubere Fingernägel haben müssen (ich habe es im Ohr, als wäre es gestern gewesen, dass ich ihm als Knirps meine Hand im Bad hinhielt) und die Weisheit sich selber nicht zu ernst zu nehmen, um Leute die es tun, nicht ernst nehmen zu müssen, denn das Leben ist ernst genug, gerade an einem scheiß Tag wie heute.

Aber das Leben wird weitergehen. Ich werde meine Familie lieben und irgendwann jubeln, wenn Deutschland wieder Weltmeister wird.

Dabei werden wir an Dich denken.

Opa_und_Paul

Wilfried Seyer *18.07.1938 +04.07.2013

Das Moroder-Trauma

Es ist wieder so weit. An jeder Ecke sehe ich Olympiaschnickschnack. Die Glotze ist voll damit und nicht mal Firefox kann ich aufrufen, ohne dieses Ding im Kopf.

Denn seit 1984 schaltet mein Ohrwurmvirus bei Sichtung der olympischen Ringe (ausser bei Audi) auf Giorgio Moroders „Reach Out“ – damals wochenlang in den Charts. Wochen, die mir wie Jahre im Gulag vorgekommen sind. Mann, was sollte das denn? Die damaligen US-Charts waren sind die langweiligsten Aneinanderreihungen von Mummpitz, die man sich vorstellen kann. Nur halt mit diesem grauenhaften 80er-Charme.

Die olympischen Spiele und Sport an sich, weckten schon damals bei mir kein Interesse. Aber ok, wem es gefällt, der soll es gucken. 1984 wurde dann in L.A. die Flamme entzündet und der Raketenrucksackmann flog spektakulär über das Feld. ARD, ZDF und die Bild überschlugen sich förmlich. Zum Glück wurde der Schmott mitten in der Nacht übertragen und für Teenies vollkommen unzugänglich, bereits vormittags wiederholt. (Mal Hand aufs Herz, wer steht mit 15 in den Sommerferien um 10:00 Uhr auf um Sport zu gucken? Wichtigere Probleme, waren zu lösen. In der „Batze“. In der Mädchenumkleide haben wir… ach lassen wir das. Zurück zum Thema.)

Aber dann dieser Song, der überall lief. Er brannte sich ein wie ein Tattoo, dass man nach alkoholbedingten  Gedächtnisverlust am Tag darauf auf seinem Arm findet.

Reach out, reacht out for the medals. Mein Vietnam. Danke Giorgio. Danke USA.