Speichenjoghurtbecherstreifen- vuvuzelas

Ich bin ein Kind der 70er und auch wenn sich dass jetzt mehr als komisch anhört, wir hatten wirklich Nichts. Zumindest was Fahrräder anging. Weder Mountainbikes noch BMX oder irgendwas.

Aus Bock hat man sich, zum entsetzen der Sponsoren, also Oma, Opa oder Eltern, sämtliche Schutzbleche, Licher und Gepäckträger vom „Heideman Barando“ abgeschraubt, einfach nur um cooler unterwegs zu sein.

Nachdem alles was klapperte abmontiert war,  wurden fluchs aus Lünebest-Joguhrtbechern Streifen geschnitten, um diese dann als Geräuschgeber per Wäscheklammer durch die Speichen rattern zu lassen.

Später kamen noch, die damals schon verbotenen, Sturmklingeln dazu.

Ja, das war Rock’n Roll. Rebellen in Schlaghosen und Tigerboy-Sandalen!

Spätestens zur WM 1982 guckten wir neidisch auf die Jungs, die sich in den Stadien Presslufhörner leisten konnten. Kaum hat sich einer so ein Ding besorgt,  wurde es bei Edeka am Kühlregal ausprobiert.

Vom Konfirmationsgeld kauften wir uns Schneider „Team“ – Hifianlagen, die sich nur in den Nummern unterschieden. Diese sagten wiederum aus, wie viel Kohle die ehemaligen Fahrradsponsoren in die Karten gesteckt haben. Das für uns einziges Leistungsmerkmal: die Wattzahl mit der Extrabreits „Komm nach Hagen, werde Popstar“ über die Nachbarschaft geschallt werden konnte.

1987 dann endlich das erste Auto. Direkt zu Conrad gefahren und ein Soundcraftradio gekauft. Mit ein paar Kabeln an die Boxen geklemmt und fortan glich mein Käfer dem Probenraum von Dave Gahan und den anderen Synthe-Jungs.

Und heute meckern wir fett gewordenen Spießbürger über Vuvuzelakrach?

Eigentlich wollte ich nie werden wie mein Vater.

Moment, mein Vater war nie so!

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Geht alle weg!

Ich brauche Kaffee. Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich so ist. Hat Koffein in diesen geringen Mengen überhaupt eine Wirkung auf unseren Organismus und „braucht“ man den denn? Das müsste ich vielleicht mal einen Mediziner fragen. Aber ich sitze am anderen Ende der Nahrungskette, bzw. am anderen Ende des Schreibtisches und ich fühle mich nun mal nur gut mit einem Kaffee!

Leider kann in diesem Bürohaushalt weder einer Kaffee kaufen, geschweige denn kochen.

Ich glaube aber gar nicht, dass das mein Problem ist. Ich denke vielmehr, dass ich einfach nur schlechte Laune habe….

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2010

Ich habe es noch so vor Augen, als sei es erst gestern gewesen. ich stand in der Küche neben dem Herd und fragte meine Mutter, ob ich das Jahr 2000 erleben würde. Ich war noch zu klein um mir vorstellen zu können, wie alt ich dann sein würde. Meine Mutter antwortete milde „Ja, das will ich doch wohl hoffen!“ – ich meine mit einem Lachen….

sie starb leider 1980. 20 Jahre danach kam das Jahr 2000. Völlig unspektakulär und ohne Flugzeugabstürze, Super-Gaus oder anderem vorhergesagten Firelefans.

In etwas mehr als 24 Stunden haben wir es 2010. Ich habe das Gefühl durch die Zeit zu fallen.

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Der Deckversager

Der kleine Deckversager weinte bitterlich auf dem Schoß seiner Mutter. Sie tröstete ihn mit den stählernden Worten „Du willst doch ein Mann sein, also musst Du auch lernen zu verlieren.“ Recht hatte sie und der stark russische Akzent der Mutter gab den Worten eine harte Note. Zumindest für mich, denn ich habe in den Achtzigern gesehen, wie Rocky in Russland gegen Ivan Drago kämpfen musste und weiss genau was da läuft.

Minuten vorher schrie die fanatische Muttertrainerin, die, es gehört jetz hier gar nicht her, ausgesprochen attraktiv war, zusammen mit einer Horde Cotrainer, die ebenfalls auf 180 liefen, „Decken!“, „Decken!!“, „Deeeecken!!!“ und „In die Ecke werfen!“ von der Tribüne aus auf das Spielfeld, wo sich sechsjährige bei einem Minihandballturnier tummelten und eben alles machten, nur offensichtlich eins nicht, decken und in die Ecke werfen. Die große Schwester des kleinen Nichtdeckers rief irgendwann die Mutter zur Ordnung und meinte, sichtlich peinlich berührt, „Mama, Alex hat nicht an allem Schuld.“

Aber ich als Sportignorant wusste das vielleicht einfach nicht besser und das musste so sein. Zum Schluß bekamen ausnahmslos alle Teilnehmer eine Siegerurkunde und eine bunte Tüte, Ich vermute, genau weiß ich es natürlich nicht, dass auf Alex anstelle des Namens, „Der der nicht deckt“ gestanden hat und wenn es nicht vom Kampfgericht so eingetragen war, hat es spätestens seine Mama zuhause mit Edding korrigiert.

In drei Wochen ist das nächste Spielfest, bis dahin muss ich meinen Sohn noch ins Trainingslager geben und mir einen Klebeschnautzer besorgen.

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Einsicht

In meiner Bar arbeitet eine sehr süße Bedienung. Dunkle Haare, nett, attraktiv und mit einem unglaublichen Strahlen versehen. Die Tage saß sie dort mit ihrem Freund. „Was willst Du bloß mit diesem gut aussehenden Latinotypen, wenn Du doch mich haben könntest?“ dachte ich mir noch.

Nach zwei Minuten überlegen kam ich selber drauf.

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Think big

Mein Onkel ist ein Schlaukopf und er brachte mich auf eine geniale Geschäftsidee: Kleidungsstücke, die von Läusen oder Zecken befallen sind, können bekanntlich in einer Mikrowelle dekontaminiert werden. (Sorry, mich juckt es auch gerade überall.) Das muss doch eigentlich auch bei den Milben in Matratzen funktionieren. Da stellt sich nur die Frage, wie bekomme ich diese in einen Mikrowellenofen?

Ganz einfach: begehbare Mikrowellen.

Die Einsatzmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. Als Nachfolgeprodukt kann ich mir auch schon die 80-Liter-Tasse vorstellen, damit könnte zum Beispiel Lars seinen Kuchen in adäquaten Portionen herstellen.

Ich suche noch Investoren.

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Summer Games

Im aktuellen Prospekt des Gameshops, stolperte ich über das Spiel Beijing 2008. Ich selber bin ein etwas in die Jahre gekommener Zocker der C64-Generation und habe 1984 selbstverständlich Summer Games gespielt oder besser gesagt gewackelt, denn man musste damals wie ein Affe den Joystick hin- und herdengeln, um bei den Blockgrafikdisziplinen wie Laufen Geschwindigkeit, Hochsprung Höhe oder beim Turmspringen Saltos zu erlangen. Das hat riesig Spaß gemacht und alle 7 Tage war ein neuer Joystick fällig – selbstverständlich ein Competition pro – Ehrensache.

Aber was macht man heute wohl bei Beijing 2008? Durch wackeln Webseiten sperren? Durch drücken von A und B Dissidenten jagen? Vielleicht kann man durch das lösen kleiner listiger Rätsel Journalisten maltretieren? Dann gibt es noch Mönche kloppen und als Bonus, aber nur im god-mode, beeinflusst man das Wetter per W-LAN oder Bluetooth.

Früher war alles besser.

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Eine Tasche fürs Leben

Als ich vorhin beim dm noch eine Jutetasche aufs Band legte, sagte mir der freundliche Kassierer, dass ich diese umtauschen kann, sollte sie kaputt gehen oder einfach nicht mehr gut aussehen und das ein Leben lang. Ich muss ihn ziemlich bekloppt angeguckt haben und konnte nur noch erstaunt fragen „Äh, die Tasche?“ Aber das war sein ernst. Ich liebe dm!

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